Yahoo und Tumblr: Denn sie wissen nicht, was sie tun

Yahoo kauft tumblr. Der Grund ist die Demografie der Nutzer: Teenager und Twens. Eine notwendige Verjüngungskur für das Yahoo-Portfolio. Und nun stellt sich die Frage, welche Auswirkungen dies auf die bei Jugendlichen extrem angesagte Blogging-Plattform hat. Verfolgt man die vielen Reaktionen online, so wird schnell klar: keine Begeisterung, sondern Entsetzen macht die Runde.

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Doch warum?

Yahoo riecht nach Erwachsenenwelt. Der Verkauf nach “Auf die Finger gucken”. Tumblr als Ausdruck jugendlicher Kreativität rückt in die Nähe von elterlicher Kontrolle, die Nutzer und deren Inhalte werden Teil eines Business-Plans. Auch wenn die Tumblr-Gründer um David Karp und Yahoo-Chefin Marissa Mayer die fortwährende Unabhängigkeit von Yahoo verkünden – geglaubt wird ihnen nicht. Manche mögen sich an die Übernahme und dann die Schließung des Social-Bookmarking-Dienstes “Delicious” erinnern, der extrem beliebt war, bevor Yahoo ihn kaufte. Überhaupt die Marke “Yahoo” – aus der Steinzeit des Internets, so sexy wie Birkenstock-Schlappen.

Deswegen meine These: Tumblr ist in der heutigen Form tot.

Es wird sicherlich weiter existieren, aber die jungen und kreativen Digital Natives werden die Plattform verlassen und weiterziehen. Wohin? Wir wissen es nicht. Aber die Zahl der noch unbekannten, kleinen Netzwerke ist groß. Vielleicht überrascht uns nun Pheed. Oder Path. Oder das neue MySpace.

Ach ja: James Dean hätte sich jetzt die Klippe runtergestürzt.

Sven Hoffmann

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